Kosmetik und Shampoo: Mikroplastik und andere Grauslichkeiten

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Um es gleich vorauszuschicken: Wir verwenden in unseren Produkten natürlich keine der im folgenden Bericht genannten Grauslichkeiten. Und das wird auch so bleiben und weiterhin von unabhängiger Stelle analysiert und zertifiziert werden. Wir wollen die Sachen ja schließlich auch selber verwenden. Und an Freunde und Familie verschenken. Und unsere liebsten Bezugspersonen gefallen uns aus Fleisch und Blut eindeutig besser als aus (Mikro)Plastik.

Makabrer Scherz beiseite ... eigentlich ist es eine traurige Angelegenheit, die Greenpeace in ihrer Studie aufgedeckt haben: Drei Viertel der untersuchten Make Up Produkte enthielten Mikroplastik. 

Offensichtlich hat die freiwillige Selbstverpflichtung der Kosmetikbranche gegen Mikroplastik nicht funktioniert ...... ...... ......

Selbst Produkte, die die Anbieter als "mikroplastikfrei" bezeichneten, enthielten ........ Mikroplastik! Wie das geht? Es gibt keine allgemein gültige Definition von Mikroplastik und auch kein entsprechendes Verbot - die Hersteller definieren Mikroplastik also meist so, wie es ihnen entgegenkommt. Als Mikroplastik sehen sie es oft nur, wenn es in fester Form in Produkten vorkommt. Suspendiert, flüssig, als Gel oder Wachs zählt es nicht. Widewidewitt und drei macht neune, ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt.

Untersucht wurden Produkte wie (Augen) Make-up, Highlighter, Puder, Lippenstifte und Lipgloss, auch die bekannter Marken. Die größten Übeltäter laut Greenpeace? Maybelline, Deborah, Sephora, Wycon und Lancôme: Bei diesen Herstellern enthielten bis zu 85 % der untersuchten Produkte Plastik!

Die Problematik dabei ist vielfältig:

  • Mikroplastik kann in Klärwerken nur ungenügend herausgefiltert werden und die Umweltverträglichkeit des Stoffes ist bis dato größtenteils ungeklärt
  • Nachdem in Produkten, die auf Augen und Lippen aufgetragen werden, besonders hohe Anteile an Kunststoff enthalten zu sein scheinen, besteht die Gefahr, dass Anwender*innen das Plastik einatmen oder verschlucken könnten. Kein angenehmer Gedanke, auch weil es Hinweise gibt, dass Mikro- und Nanopartikel eventuell natürliche Barrieren wie die Blut-Hirnschranke oder die menschliche Plazenta überwinden können.

Auf EU-Ebene wird zwar derzeit schon über ein Verbot von festem Mikroplastik in Kosmetikprodukten verhandelt, allerdings würde das den Anbietern weiterhin erlauben, das Mikroplastik in anderer Form zu verwenden (z.B. suspendiert, flüssig, als Wachs oder Gel). Greenpeace verlangt daher nicht nur ein eindeutiges, sondern auch ein vollständiges EU-weites Verbot von Mikroplastik jedweger Form und Konsistenz.

 

Und wenn wir schon bei Grauslichkeiten sind: Heute hat mir gleich noch ein weiterer Artikel die Laune verdorben: Ein im Namen von Öko-Test agierendes Labor fand im "Classic Clean Anti-Schuppen Shampoo" von Head & Shoulders so einige Inhaltsstoffe, die auf unserem Haar und unserer Haut aber so gar nichts zu suchen haben:

  • Natriumlaurylsulfat: Schäumt schön, ist allerdings auch aggressiv zu Kopfhaut und Schleimhäuten
  • Künstlicher Moschusduft: Reichert sich im menschlichen Fettgewebe an und könnte eventuell zu Leberschäden führen
  • PEG-Verbindungen: Können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen
  • Silikone: Können durch das Abwasser in die Umwelt gelangen, die möglichen Folgen hiervon sind noch nicht geklärt

 Gut, dass ich meine eigene Shampooseife verwende. Da weiß ich, was drin ist.

 

Quellen:
Greenpeace, 22.03.2021, "Die ungeschminkte Wahrheit"
Kurier, 21.03.2021, "Öko-Test: Vernichtendes Urteil für Head & Shoulders-Shampoo"

 


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