Aus Scheiße Gold machen

Heimische Produzenten Nachhaltigkeit Recycling Wissenschaft

5 junge Unternehmer arbeiten derzeit daran, die ca. 235.000 Tonnen Klärschlamm, die jedes Jahr in Österreich anfallen, weiteren Verwendungszwecken zuzuführen.

So muss heutzutage zum Beispiel noch ein großer Anteil des in Österreich benötigten Phosphors aus dem Ausland importiert werden. Und das, obwohl der in allen Kläranlagen nach der Reinigung anfallende Schlamm beachtliche Mengen an Phosphor enthalten würde, die man von den restlichen Bestandteilen trennen und dann unter anderem als Düngemittel verwenden könnte. So würde dieser Rohstoff nicht verschwendet werden und ein Dünger aus reinem Phosphor hätte gegenüber dem früher oft direkt zum Düngen verwendeten Klärschlamm auch den Vorteil, dass er frei von Schadstoffen wäre.

Es könnte aber nicht nur ein einzelner Bestandteil des Klärschlamms als Dünger verwendet werden, sondern der getrocknete Schlamm in seiner Gesamtheit könnte auch zum Heizen eingesetzt werden und in diesem Bereich als erneuerbarer Stoff fossile Rohstoffe wie Kohle und Heizöl zumindest teilweise ersetzen und damit beträchtliche Emissionen einsparen.

Nachdem die Richtlinien bezüglich der Wiederverwertung von Klärschlamm in Deutschland schon bedeutend weiter fortgeschritten sind als in Österreich, werden die ersten vom oberösterreichischen Unternehmen zu diesem Zwecke entwickelten Vorrichtungen auch schon dieses Jahr in unser Nachbarland geschickt werden. 

Hoffen wir, dass auch Österreich diese Chance nicht ungenutzt lassen und in naher Zukunft alle 1.800 heimischen Kläranlagen mit den entsprechenden Recyclingcontainern ausstatten wird, um den Rohstoff Klärschlamm bestmöglich zu nutzen.

Weiterführender Link: Green Sentinel

Quelle:
Der Standard, 11.12.2020, S. 14, "Wie aus Klärschlamm wieder Heizstoffe entstehen sollen"

 

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