Mehr tot als lebendig

Nachhaltigkeit Ökosysteme Wissenschaft

Laut gut informierten Schätzungen von Forschern übersteigt der gewichtsmäßige Anteil vom Menschen geschaffener Objekte (Gebäude, Straßen, künstlich produzierter Schotter, Kunststoffe, Glas, etc.) mittlerweile bei Weitem den natürlicher Biomasse (Menschen, Tiere, Pflanzen, Bakterien, etc.).

Es wird angenommen, dass die Menschheit seit dem Zeitpunkt, als sie anfing, langsam sesshaft zu werden, die gesamte pflanzliche Biomasse der Erde von ca. 2000 Milliarden Tonnen auf den derzeitigen geschätzten Wert von 1000 Milliarden Tonnen um die Hälfte dezimiert hat.

Während sich also die lebende Biomasse in den vergangenen 12.000 Jahren halbiert hat, nimmt das Gesamtgewicht künstlicher Strukturen vor allem seit den letzten 100 Jahren rasant zu: Alle 20 Jahre verdoppelt es sich 

Verdeutlicht wird diese extreme Entwicklung, wenn man sich vor Augen hält, dass noch im frühen 20. Jahrhundert der Anteil vom Menschen geschaffener Strukturen nur etwa 3% der gesamten Biomasse entsprach, während mittlerweile die Masse künstlicher Objekte die der lebenden Materie deutlich übersteigt.

Vereinfacht könnte man daher sagen: Unser Planet ist derzeit mehr tot als lebendig

 

Quelle: 
Der Standard, 10.12.2020, Seite 24, "Alles Künstliche überwiegt erstmals die Gesamtheit des Lebens auf der Erde"

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