Positive Entwicklungen in der Bauwirtschaft

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Obwohl die Baubranche laut Schätzungen für ca. ein Viertel aller CO2-Emissionen weltweit verantwortlich zeichnet, war Recycling dort lange Zeit leider kein Thema. Und das, obwohl beim Bauen jede Menge Abfall anfällt - in Österreich macht dieser ca. 18 % des gesamten Müllaufkommens aus (also ca. 3 Mal mehr als Haushaltsmüll).

Seit die EU 2015 das Kreislaufwirtschaftspaket beschlossen hat, scheint es aber im österreichischen Bausektor voranzugehen und heimische Firmen entwickeln interessante Projekte:

In Salzburg kooperiert ein Bauträger zum Beispiel mit der Universität und Fachhochschule und einem Betonerzeuger, um vermehrt Recycling-Beton beim Hausbau zum Einsatz kommen zu lassen.

Bis jetzt wurde Beton zwar auch schon teilweise wiederverwertet, allerdings wurde dieser dann eher für "minderwertige Zwecke", z.B. als Schütt- oder Füllmaterial verwendet. In Salzburg arbeitet man nun daran, den recycelten Beton als hochwertiges Material wiederzuverwenden und dadurch tatsächlich neue Häuser aus altem Beton entstehen zu lassen.

So sollen Ressourcen geschont und Transportwege sowie Lagerflächen für Betonabfall reduziert und nebenbei auch noch (wenn auch nur geringfügige) Kostenersparnisse erzielt werden. 

Wobei auch erwähnt werden muss, dass momentan im Innenbereich nur maximal 38 % Recycling-Beton beigemischt werden darf (im Außenbereich darf dieser gar nicht eingesetzt werden). Sollte sich der Einsatz von Recycling-Beton als hochwertiges Baumaterial allerdings bewähren, werden diese Normen hoffentlich in Zukunft angepasst werden.

 

Ein anderes vielversprechendes Projekt wurde von einer niederösterreichischen Firma gestartet, die auf Fassadendämmung spezialisiert ist. Diese bietet nun an, Baustellenverschnitte von XPS-Platten abzuholen und zu neuen Dämmungsplatten zu verarbeiten.

Dadurch, dass das Material wiederverwendet wird, anstatt wie sonst üblich verbrannt zu werden, sollen ca. 1,8 Tonnen CO₂ pro Tonne recyceltem Material eingespart werden können.

Momentan können leider dennoch nur saubere Reste wiederverwertet werden, durch Kleber oder Sonstiges verunreinigtes Material muss weiterhin verbrannt werden. Doch auch hier arbeitet man schon an Lösungen, um in Zukunft hoffentlich 100 % der Baustellenverschnitte recyclen zu können.

 

Quellen:
Der Standard, 09.02.2020, "Der Recycling-Gedanke kommt in der Baubranche an"
Der Standard, 12.03.2021, "Betonrecycling: Wie aus Abbruchhäusern neue Bauten entstehen"
Industriemagazin, 31.03.2021, "Austrotherm startet österreichweites Abholservice für Dämmstoffe"

 

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