All we are saying is ... give Pfand a chance!

Obwohl Plastikverpackungen - vor allem PET-Flaschen - bei achtlos in der Umgebung weggeworfenen Abfällen überproportional vertreten sind, versuchen gewichtige Akteure wie z.B. WKÖ, ARA und der Handelsverband noch immer, die Einführung eines Pfandsystems für genau solche Einwegverpackungen zu blockieren.

Dies liegt vermutlich daran, dass laut gewissen Berechnungen das Pfandsystem den Gewinn vor allem von Verpackungsherstellern, Supermärkten (aufgrund höheren Logistik- und Personalaufwands) und der Abfallwirtschaft um bis zu 76% verringern würde.

Dabei gäbe es sehr viele gute Argumente für die Einführung des Einwegpfandsystems und keine wirklich haltbaren dagegen:

  • hohe Akzeptanz - Laut einer Studie von 2020 sind 83% der Bevölkerung für ein solches Pfandsystem.
  • hohe Trennbereitschaft - Die Sorge, dass die Trennbereitschaft durch die Einführung eines Einwegpfandsystems zurückgehen könnte, hat sich in Ländern, die sowohl ein gut funktionierendes Sammel- als auch ein Pfandsystem anwenden, bis jetzt nicht bewahrheitet. Bei einem Pilotprojekt in Spanien ist die Trennbereitschaft sogar um mehr als das Fünffache gestiegen.
  • keine Konkurrenz zu Mehrwegsystemen - Auch die Befürchtung, dass das Einwegsystem die Mehrwegquote reduzieren würde, scheint unbegründet, wenn man zu unserem nördlichen Nachbarn Deutschland blickt, das trotz des 2003 eingeführten Einwegpfandsystems dennoch zu den Ländern mit dem höchsten Mehrweganteil weltweit gehört.
  • weniger Verschmutzung - Pfandsysteme können basierend auf den Erfahrungen anderer Länder sogar potenziell die Menge achtlos weggeworfener Verpackungen reduzieren.
  • zu niedrige Sammelquoten - Das Argument von WKO, Wirtschaftsbund und Handelsverband, dass die von der EU geforderten Sammelquoten schon jetzt in einigen Bundesländern übererfüllt würden, lässt sich leider - auch laut Abfallwirtschaftsverbänden - nicht mit belegbaren Zahlen untermauern.
  • Strafzahlungen vermeiden - Laut internationalen Erkenntnissen lässt sich die Vorgabe einer Sammelquote von 90% der EU-Einwegplastikrichtlinie bis 2029 schlichtweg nicht ohne Pfandsystem erreichen. Wird das Ziel verfehlt, werden für das betroffene Land - und daher für uns Steuerzahler - Strafzahlungen fällig.

 

Daher: Mach der Umwelt zu Weihnachten doch ein Geschenk und unterzeichne die "Pfand drauf"-Petition der Umweltorganisation Global 2000!

 

Quellen:
Global 2000: "Littering in Österreich"
Global 2000: "Wer vom Einwegmüll profitiert"
Global 2000: "Faktencheck: Mythen und Argumente gegen ein Pfandsystem"

 

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