Europas Klimapolitik - besser als nichts?

Klimawandel Nachhaltigkeit Wissenschaft

Vergangenen Freitag beschlossen die EU-Länder, den Treibhausgasausstoß bis 2030 um 55% (verglichen mit 1990) zu senken. Das ist zwar ein ambitionierteres Ziel als die bisher geplanten 40%, allerdings wird laut Wissenschaftern diese Nachbesserung noch immer nicht ausreichen, um das 1,5°C-Klimaziel von Paris zu erreichen. Dazu hätte es einer Reduktion von 60 oder 65 % bedurft.

Die Kritik der NGOs an diesem vereinbarten Ziel bezieht sich daher einerseits auf den zu niedrigen Prozentsatz und andererseits darauf, dass es sich bei diesem um ein Nettoziel handelt. Dies bedeutet, dass andere Maßnahmen wie z.B. Aufforstung gegengerechnet werden können - und sich so die tatsächlich mögliche Senkung laut NGOs auf bis zu 50,5% reduziert. 

Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass die Länder über ihren Energiemix wie bisher selber entscheiden können und auch Gas - vermutlich aus Rücksicht auf gewisse osteuropäische Länder, die noch immer stark von fossilen Energieträgern abhängig sind - wird weiterhin als Übergangstechnologie zugelassen, obwohl es selber Teil des Problems ist.

In Anbetracht der Tatsache, dass die CO₂-Emissionen in den letzten Jahrzehnten immer weiter gestiegen sind und dass jedes Jahr, das wir länger abwarten, um uns dieses Problems anzunehmen, bedeutet, dass wir später noch größere Anstrengungen unternehmen werden müssen, um der Klimakrise Herr zu werden, wäre eine etwas mutigere Klimapolitik durchaus wünschenswert gewesen.

Quelle: Der Standard, 12./13.12.2020, Seiten 4, 6, 7

 

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