Letzte Hoffnung für das Klima oder größenwahnsinniger Gotteskomplex?

Klimawandel Wissenschaft

Ein Forschungsteam der Universität Harvard will untersuchen, ob es möglich ist, die Erdatmosphäre durch künstliche Eingriffe in die Stratosphäre abzukühlen.

Inspirieren lassen sie sich dabei von einem Vulkanausbruch, der 1991 auf den Philippinen stattfand und gewaltige Mengen an Aerosolen und Staub in die Atmosphäre schleuderte, wodurch die Sonneneinstrahlung so sehr verringerte wurde, dass die Erdtemperatur um 0,4 °C sank.

Die künstliche Klimasteuerung und der Eingriff in die Stratosphäre sind bei Weitem nicht unumstritten und selbst die Forscher aus Harvard haben ihre Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Projekts.

So kühlte der Vulkanausbruch zwar die Erde ab, die Schwefelaerosole, die diese Temperatursenkung hauptsächlich ausgelöst hatten, verursachten allerdings auch Schäden an der Ozonschicht. Bei den vom Menschen durchgeführten Experimenten würde zwar das weniger reaktive Kalziumkarbonat anstatt der Schwefelaerosole in die Stratosphäre eingebracht werden, allerdings ist auch hier noch völlig unklar, welche Langzeiteffekte dies auslösen könnte.

Trotzdem wollen die Wissenschafter diese Möglichkeit erforschen, um mehr über diesen potenziellen Lösungsansatz herauszufinden. Daher ist geplant, im Sommer 2021 einen Forschungsballon in ca. 20km Höhe steigen zu lassen. In einem ersten Schritt wird der Ballon noch keine Partikel freisetzen, zu einem späteren Zeitpunkt soll er dann allerdings Kalziumkarbonat verteilen und die dadurch ausgelösten Prozesse analysieren.

 

Quelle: Der Standard, 17.12.2020, "Testballon für künstliche Klimaabkühlung könnte im Juni starten"

 

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