Schadstoffbelastung durch Verkehr schlimmer als erwartet

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Der coronabedingte Lockdown im März 2020 gab Forschern der Universtität Innsbruck die Gelegenheit, die Auswirkungen des Verkehrs auf die Schadstoffbelastung in der Luft unter realen Bedingungen zu untersuchen.

Sie kommen zu dem Schluss, dass der Verkehr deutlich mehr zur Stickoxidbelastung beiträgt als bisher angenommen wurde, der von Heizmitteln dafür geringer als gedacht. Die Ergebnisse der Studie führen sie zu der Annahme, dass in vielen Städten mehr als 90 % der Stickoxidemissionen nur auf den Verkehr zurückzuführen sein könnten.

In Europa werden in urbanen Gebieten die Grenzwerte für Stickoxid häufig überschritten, es war bis jetzt allerdings schwer messbar, welche Aktivitäten welchem Anteil an Emissionen zuzurechnen sind, da hauptsächlich mit punktuellen Messungen und darauf basierenden Hochrechnungen gearbeitet wurde. Auch die Entscheidungen der Politik im Bereich Umwelt und Gesundheit stützten sich bis jetzt auf solche - leider eher ungenauen - Berechnungen.

Es bleibt zu hoffen, dass diese neu gewonnenen Erkenntnisse zu einem Umdenken führen werden.

Quellen:
Der Standard, 04.03.2021, "Lockdown-Messungen enthüllen wahre Schadstoffbelastung durch Verkehr"
European Geosciences Union, 02.03.2021, "Decoupling of urban CO2 and air pollutant emission reductions during the European SARS-CoV-2 lockdown"

 

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