Umweltzerstörung hat einen hohen Preis

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Der britische Ökonom Partha Dasgupta zeigt in seinem aktuellen Bericht auf, dass unser derzeitiger Umgang mit der Umwelt nicht nur den Klimawandel mitverursacht, Ökosysteme zerstört und viel zu viele Ressourcen verbraucht, sondern auch enormen wirtschaftlichen Schaden anrichtet. In einer Welt, in der viele Entscheidungen vor allem basierend auf finanziellen Kriterien getroffen zu werden scheinen, ist diese Information wohl nicht ganz irrelevant.

Dasgupta gießt in seinem Report komplexe Zusammenhänge in anschauliche Zahlen:

  • Global gesehen werden jährlich ca. 500 Milliarden US-Dollar für Projekte ausgegeben, die die Umweltzerstörung vorantreiben (z.B. staatliche Zuschüsse für fossile Kraftstoffe, Landwirtschaft, Fischerei)
  • Der wirtschaftliche Verlust, der durch diese Umweltschäden entsteht, beläuft sich geschätzt auf schwindelerregende 4 bis 6 Billionen US-Dollar pro Jahr
  • Für Naturschutz werden dagegen jedes Jahr nur zwischen 78 und 143 Milliarden US-Dollar ausgegeben - jämmerliche 0,1 % der weltweiten Wirtschaftsleistung

Dass diese Rechnung auf Dauer nicht aufgehen kann, erscheint relativ logisch. Der Ökonom fordert daher ein komplettes Umdenken im Wirtschaftsbereich: Die Abhängigkeit des Menschen von der Umwelt und der intrinsische Wert der Natur müssten in Zukunft berücksichtigt werden.

Dasgupta schlägt hierzu mehrere Maßnahmen vor: Reduktion des Pro-Kopf-Verbrauchs, Entschleunigung des Bevölkerungswachstums mithilfe von Bildungsinitiativen und Familienplanung, effizientere Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen, verstärkter Schutz der noch bestehenden Ökosysteme durch gezielte Subventionen und strengere Reglementierungen, Berücksichtigung der Umweltkosten bei der Bepreisung von Waren und Dienstleistungen.

Als weiteres einschneidendes Instrument für einen nachhaltigen Wandel wäre es laut Dasgupta außerdem notwendig, das Bruttoinlandsprodukt als Gradmesser für wirtschaftlichen Erfolg abzuschaffen. Stattdessen sollte man sich am "inklusiven Wohlstand" orientieren, der auch den Wert des Naturkapitals beachtet. Andernfalls wäre unser Planet früher oder später nicht mehr im Stande, die Menschheit zu erhalten.

 

Quelle:
Der Standard, 04.02.2021, "Die Naturzerstörung kommt uns teuer zu stehen"

 

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