Geschichte der Seife

Die Geschichte der Seife

Whaaaaat? Was hat denn die wunderbar hygienische, reinigende Seife bitte mit Urin zu tun ...?!? 

Finde es heraus, in unserem Blogartikel!

 

Wie alles begann

Das erste Rezept für eine Urform der Seife stammt von einem Volk im heutigen Irak, den Sumerern, und wurde vor ca. 4.500 Jahren auf einer Tontafel verewigt. Das damalige Rezept war noch etwas rudimentär (man mische alkalische Pflanzenasche mit Ölen), enthielt aber schon das Grundprinzip der heutigen Seifenherstellung.

Allerdings wurde die Mischung damals vor allem als Heilsalbe, und nicht zum Waschen verwendet.

Ägypter, Griechen und Germanen verwendeten ähnliche Formen von Seife.

 

Die Römer waren anders

Bei den Römern galt die Seife als gallische, auch von den Germanen verwendete Erfindung und wurde zunächst nur zum Färben der Haare eingesetzt.

Zur Körperreinigung nahmen die Römer Mehl, Natron oder Soda oder benutzten einen sogenannten "Strigilis" – eine Art Schaber  um sich Schweiß und Schmutz vom Körper zu kratzen. Auch noch etwas rudimentär.

Auch zur Reinigung der Kleidung wurde nicht etwa Seife verwendet, sondern ... Urin! Dieser wurde aufgrund seiner alkalischen Wirkung eigens in der gesamten Stadt gesammelt, danach vergoren und zusammen mit Seifenkraut, Pottasche und Tonerde als Waschmittel verwendet.

Von dieser Praxis und der damit verbundenen "Urinsteuer" stammt auch das bekannte Sprichwort "pecunia non olet" (Geld stinkt nicht).

Ab dem 2. Jahrhundert ging den Römern dann allerdings ein Licht auf und sie begannen, Seife "richtig" zu verwenden  also zur (Körper)reinigung. Denn sie hatten entdeckt, dass diese auch sauber macht.

 

Wer hat's erfunden ...? Die Araber!

Wie so oft in der damaligen Zeit waren die Araber den Europäern mal wieder einen Schritt voraus. Im 7. Jahrhundert entwickelten sie das Grundprinzip für das Herstellungsrezept von Seifen, wie wir es auch heute noch kennen. Sie erhitzten eine Mischung aus Ölen und Ätzlauge und ließen diese so lange kochen, bis sie fest wurde. Um die Masse besonders fest werden zu lassen, verwendeten sie außerdem gebrannten Kalk.

 

Dunkle Zeiten für die gute Seife

Die Araber brachten ihr Wissen über die Seifenherstellung auch nach Europa und vor allem in Spanien, Italien und Frankreich entstand die Zunft der Seifensieder. Deren verfeinerte Luxusseifen waren aber anfangs nur für die Reichen erschwinglich.

Für das Bürgertum und die Armen wurden zwar nach und nach öffentliche Badehäuser gebaut, doch auch damit war im 14. Jahrhundert Schluss.

Als sich nämlich die Pest und andere Seuchen in Europa ausbreiteten, kam man zu dem nicht ganz richtigen Schluss, dass sich die Erreger über das Wasser verbreiteten. Plötzlich war die Körperreinigung mit Wasser und Seife verpönt.

Fortan puderte man sich lieber als sich zu waschen. Wenn man überhaupt Wasser an seinen Körper heranließ, dann nur auf Anordnung des Arztes. Man wollte ja schließlich kein unnötiges Risiko eingehen.

 

Der Sonnenkönig muss es richten

Ludwig XIV. machte sich auch mal nützlich und holte die Seife aus der Versenkung, indem er die besten Seifensieder an seinen Hof holte und gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein Reinheitsgebot für Seifen erließ. 

Während der Herrscher sich naturgemäß um die luxuriösen Sphären kümmerte, verhalf ein anderer Franzose der Seife zum Durchbruch als Massenartikel.

Dem Chemiker Nicolas Leblanc gelang es 1791, das Natriumsalz, das zur Seifenherstellung benötigt wurde, künstlich herzustellen, und somit die Massenproduktion von Seife zu ermöglichen. 

 

Vom Seifenhype zum Abschwung

Anfang des 19. Jahrhunderts begannen die Menschen, die Wichtigkeit hygienischer Maßnahmen zu verstehen und die Nachfrage nach Seife stieg exponentiell. Die schwer zu befriedigende Nachfrage verstärkte wohl die Abspaltung zwischen feinen Qualitätsseifen, die mit hochwertigen Ölen hergestellt wurden, und einfachen Wasch- und Scheuerseifen aus billigen Ölen.

Während sich die klassische feste Seife bis in die 1970er Jahre noch enormer Beliebtheit erfreute, begann der Absatz von Seifenstücken ab den 1990er Jahren zu sinken, da diese nach und nach von den Flüssigseifen verdrängt wurden. 

 

Ein Plädoyer für feste Seife 

Dies hat vor allem mit der Marketing-Maschinerie der Hersteller flüssiger Seifen und der Verteufelung der guten alten Seife zu tun.

Dabei sind feste Naturseifen sowohl gut für die Haut als auch für die Umwelt und den Geldbeutel.

Hochwertige Seifen bestehen aus rein natürlichen Zutaten und pflegen durch ihren natürlichen Glyceringehalt und ihre rückfettende Wirkung die Haut schon beim Waschen

Außerdem kommen sie ohne Konservierungsstoffe und mit umweltfreundlicher Verpackung aus und sind durch die hohe Wirkstoffkonzentration ergiebiger und somit am Ende günstiger als Flüssigseifen.

 

Wenn du nun der Seife, die uns Menschen schon seit Jahrtausenden begleitet, auch in deinem modernen Leben eine Chance geben willst, so findest du in unserem Shop hochwertige vegane Naturseifen in Bioqualität

 

Quellen:

https://www.ndr.de/geschichte/Die-Geschichte-der-Seife,seife196.html#:~:text=Seife%2C%20wie%20wir%20sie%20heute,besonders%20feste%20Seifen%20zu%20gewinnen.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/alte-berufe-der-urinwaescher-stellte-sein-eigenes-waschmittel-her-a-835739.html

https://www.hersfelder-zeitung.de/magazin/digital/urin-asche-waschmittel-antike-942052.html#:~:text=Die%20alten%20R%C3%B6mer%20wuschen%20ihre,den%20sie%20vorher%20vergoren%20hatten.

https://www.forumtraiani.de/roemische-toilette-seife-spiegel-zaehneputzen/

https://imperium-romanum.info/wiki/index.php?title=Strigilis

https://www.umweltberatung.at/feste-seife

 

 

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